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Fußball-Oberligist Kehler FV muss sich überraschend einen neuen Trainer suchen. Helmut Kröll hört in der Winterpause aus beruflichen und privaten Gründen auf. Sein Nachfolger soll spätestens beim Trainingsauftakt am 20. Januar präsentiert werden.

01.12.2015 - Kehl (KeZ). Mit dieser Nachricht haben die Fans des Kehler FV nicht gerechnet. Helmut Kröll sitzt am Sonntag im Auswärtsspiel bei der Reserve des Karlsruher SC zum letzten Mal als Trainer auf der KFV-Bank. Diese Entscheidung teilte der 53-Jährige der Vereinsführung nach reiflicher Überlegung bereits Ende Oktober mit. »Ich habe gemerkt, dass die Belastung mit Beruf, Familie und Traineramt zu groß ist, vor allem wegen der Art und Weise, wie ich den Trainerposten interpretiere, mit Scouting, Videoanalyse usw.«, erklärte der Finanzbeamte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Durch die frühzeitige Entscheidung, die Kröll im Oktober Vereins­präsident Claus Haberecht in »einem offenen Gespräch« mitgeteilt hat, wollte der Coach der Vereinsführung frühzeitig die Möglichkeit geben, die Suche nach einem Nachfolger einzuleiten. »Ich weiß, dass gute Leute in der Winterpause nur schwer zu bekommen sind. Aber so hatte der Verein zumindest einen gewissen Vorlauf«, erklärte Kröll, der die Mannschaft gestern Abend vor dem Training ausführlich über seinen Entschluss informierte. Haberecht bedauert die Entscheidung des Trainers zwar, äußerte gestern aber auch Verständnis. »Viele Vereine in der Oberliga haben einen hauptberuflichen Trainer. Wenn man nebenher noch einem Vollzeit-Beruf nachgeht, ist man absolut am Anschlag«, so der langjährige KFV-Chef, der ausdrücklich klarstellte, dass die Trennung keine sportlichen Gründe hat. »Es gibt kaum einen Trainer der sich so mit einem Verein identifiziert wie Helmut Kröll. Und die Entwicklung unter seiner Leitung in den letzten 18 Monaten war mehr als positiv.«

ZUSAMMENSETZUNG

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  • Kröll war bereits seit 1995 für den KFV tätig und trainierte nahezu alle Jugendmannschaften. Nach einem Intermezzo als Co-Trainer beim SV Linx (drei Jahre) und Cheftrainer des VfR Achern (ein Jahr) übernahm er die U 23 des KFV und trat im Sommer 2014 das schwere Erbe der Kehler Trainer-Legende Bora Markovic an. In seiner ersten Saison führte er die Grün-Weißen auf einen starken zehnten Platz in der Abschlusstabelle. Aktuell belegen die Kehler mit 22 Punkten aus 18 Spielen den 13. Rang. Die Handschrift von Kröll ist in der aktuellen Kehler Mannschaft deutlich erkennbar. Mit Kevin Sax, Stefan Laifer, Benjamin Göhringer und Aron Zimmerer zählen nur noch vier Spieler aus der Markovic-Ära zum Stammpersonal.

    »Wir haben uns nach dem Abgang von Bora bewusst für das ›Modell Streich/Kauczins­ki‹ entschieden, weil Helmut Kröll ein akribischer Arbeiter ist und die Philosophie des Vereins total verinnerlicht hat«, erklärte Haberecht. »Wir sind absolut zufrieden mit seiner Arbeit und er hat sich auch bei seiner Entscheidung, das Traineramt niederzulegen, sehr integer verhalten«, so der Präsident. Bei der Suche nach einem Nachfolger wird es laut Haberecht »keinen Schnellschuss« geben. »Im Optimalfall steht der neue Trainer bis Weihnachten fest«, sagt der Clubchef. Spätestens am 20. Januar beim Trainingsauftakt nach der Winterpause soll der neue Mann präsentiert werden. »Wir haben natürlich schon einige Kandidaten im Kopf«, erklärte Haberecht, ohne Namen zu nennen. Auch beim Anforderungsprofil wollte er sich nicht konkret festlegen. »Oberliga-Erfahrung wäre schön, ist aber keine Grundvoraussetzung. Es kann durchaus auch jemand sein, der nur unterklassig gespielt oder gearbeitet hat. Klar sein nur eines: »Einen teuren Trainer können wir uns nicht leisten.«

    Kröll will dem Verein auch in Zukunft mit Rat und Tat zur Seite stehen, allerdings »ohne offizielle Funktion«. Eine Rückkehr auf die Trainerbank bei einem anderen Verein schließt er für die Zukunft nicht aus. »Jetzt werde ich aber erst mal mehr Zeit mit der Familie genießen«, sagte er gestern und ergänzte: »Es ist sehr gut möglich, dass ich auch in der kommenden Saison keine Mannschaft trainieren werde.«

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